"beratungsNetzwerk hessen – Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus"
Rechtsextreme Stimmungen an einer Schule, rassistische Stammtischparolen, antisemitische Schmierereien, Neonazis im Jugendclub – solche und ähnliche Vorfälle gehören zum Alltag in vielen deutschen Kommunen. Vielerorts reagieren die Menschen hilflos darauf. Um solche Konflikte angemessen bewältigen zu können, bietet das „beratungsNetzwerk hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ professionelle Beratungshilfe an. Es berät hessenweit kostenlos und vertraulich Schulen, Eltern und Familienangehörige, Kommunen, Vereine und andere Hilfesuchende in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus oder Salafismus.
Unter Berücksichtigung der lokalen Bedarfe sollen diese Stellen unter anderem als eine An-laufstelle für Erstberatung dienen sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen (auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Behörden) organisieren. Sie sollen zudem zu einer lokalen Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure beitragen und lokale Projekte fördern. Zum Themenfeld Extremismus arbeiten die DEXT-Fachstellen intensiv mit den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die regionale Prävention von politisch motivierter Kriminalität (PMK) in den Polizeipräsidien zusammen.
Eine aktuelle Übersicht der ca. 30 hessischen DEXT-Fachstellen ist auf der Internetseite des Hessischen Informations- Kompetenzzentrums gegen Extremismus (HKE) zu finden:
Seit Januar 2015 unterbreitet Response ein Beratungsangebot für Betroffene bzw. Opfer von rechtsextremistischer, rassistischer, antisemitischer, antimuslimischer oder antiziganistischer Gewalt. Dabei geht es vor allem darum, die Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dem Erlebten zu stärken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Response beraten, informieren, vermitteln und unterstützen auch Angehörige und Freunde sowie Zeugen eines Angriffs. Auf Wunsch kann auch eine anonyme Beratung erfolgen.
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) ist angebunden an das Demokratiezentrum Hessen an der Philipps-Universität Marburg.
RIAS Hessen widmet sich in erster Linie der Unterstützung der von antisemitischen Vorfällen Betroffenen und der Dokumentation sowie Analyse des Antisemitismus in Hessen. RIAS Hessen ist die erste Anlaufstelle in Hessen für von Antisemitismus Betroffene. Sollten die Betroffenen Beratung benötigen, verweist RIAS Hessen vor allem an OFEK e.V.
Eine zentrale Grundlage ist die Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA; https://www.holocaustremembrance.com/de/resources/working-definitions-charters/arbeitsdefinition-von-antisemitismus) sowie die Arbeitsweise des Bundesverbandes RIAS e.V.
RIAS Hessen ist auch in Bildung, Wissenschaft und Forschung aktiv.
Haben Sie einen antisemitischen Vorfall wahrgenommen oder sind selbst betroffen? Nehmen Sie Kontakt zu RIAS Hessen auf!
Das Projekt OFEK Hessen in Trägerschaft der OFEK e.V. – Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung ermöglicht psychosoziale und rechtliche Betroffenenberatung für Einzelpersonen, ihre Familien und Angehörige sowie Zeug*innen nach antisemitischen Vorfällen und berät anlassbezogen pädagogische und politische Organisationen und Institutionen zum Umgang mit Antisemitismus. OFEK Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main berät zu rechtlichen Möglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus und unterstützt bei der Vermittlung weiterführender Beratung z.B. Antidiskriminierungsberatung oder spezialisierte psychologische Angebote. Darüber hinaus bietet OFEK Hessen stärkende Gruppenberatun-gen an. OFEK Hessen bietet außerdem community-basierte Interventionen an und unterstützt nach Bedarf Jüdische Gemeinden in Hessen im Umgang mit Antisemitismus.
OFEK e.V. entstand 2017 als Modellprojekt im Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment und führt die Tradition historisch-sensibler und antisemitismus-kritischer Pädagogik auch im Feld Beratung weiter. Steigende Zahlen antisemitischer Gewalt und Diskriminierung bedingen den zunehmenden Bedarf an Beratung, die auf Antisemitismus spezialisiert ist. Seit 2019 ist OFEK ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin und bundesweiter Ausrichtung.
Die Arbeit von OFEK orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Ratsuchenden. Wir arbeiten parteilich und solidarisch mit den Ratsuchenden und Betroffenen. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym. Wir arbeiten unabhängig von staatlichen Einrichtungen und beraten alle Fälle, unabhängig von ihrer strafrechtlichen Relevanz. Wir stärken die Ratsuchenden, richten den Blick auf Ressourcen und entwickeln gemeinsam Handlungsmöglichkeiten. Wir berücksichtigen auch frühere und/oder (familien-) biografische Erfahrungen antisemitischer Diskriminierung.
Alle Beratungsangebote können auf Deutsch, Hebräisch, Russisch und Englisch in Anspruch genommen werden.
Verschwörungserzählungen und Desinformation verbreiten sich rasant, besonders über soziale Medien. Sie unterminieren demokratische Diskurse, fördern Misstrauen gegenüber Institutionen und können in Radikalisierung münden. Um Betroffenen, Akteuren der Zivilgesellschaft, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, pädagogischem Personal sowie der weiteren Öffentlichkeit eine Unterstützung in der Navigation dieser Themenkomplexe zu bieten, bedarf es einer digitalen, regionalen Anlaufstelle.
Hier setzt das Projekt an. Das derzeit im Aufbau befindliche Informationsportal will phänomenübergreifend multimediale Informationen für Interessierte, Betroffene und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Hessen (und bundesweit) anbieten. Die Nutzer sollen ihr Wissen zu Verschwörungserzählungen und Desinformation in einem interaktiven Selbsttest überprüfen und durch zahlreiche Informationsangebote (Artikel, Erklärfilme, Podcasts, Infografiken etc.) erweitern können. Hilfsuchende sollen an entsprechende Beratungsangebote in Hessen ver-mittelt werden. Eine Datenbank soll Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eine Vielzahl an Informations- und Bildungsmaterialien, Übersicht an Weiterbildung sowie Bildungsformate durchgeführt von Trägern in Hessen anbieten.
Das Internet-Portal gegen Verschwörungserzählungen wird zentraler Baustein des Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Verschwörungserzählungen und Desinformation.
Zur Beratung von Betroffenen, Angehörigen, Fachkräften und Institutionen über das Thema Linksextremismus und damit zur Prävention von linksextremistischen Radikalisierungen so-wie zur Stärkung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung wird derzeit durch das Netzwerk für politische Bildung, Kultur und Kommunikation e. V. (NBKK) eine landesweite Fachstelle Linksextremismus aufgebaut.
Das Beratungsangebot richtet sich landesweit an die Betroffenen von Linksextremismus sowie auch an deren Familienangehörige und andere aus dem Umfeld von Linksextremisten. Darüber hinaus richtet sich das Präventionsangebot an (angehende) schulische Lehrkräfte, Pädagogen, Ehrenamtliche, Mitarbeiter von Ämtern und Behörden, an Unternehmen und alle daran Interessierten.
Die fallbezogene Beratung umfasst Stabilisierung, Begleitung im Umgang mit Behörden sowie Unterstützung bei der Entwicklung individueller Handlungs- und Schutzstrategien. Dabei soll sie so niedrigschwellig wie möglich angeboten werden, so dass sich die Zielgruppen angesprochen fühlen.
Die Beratung erfolgt vertraulich, im Sinne der Betroffenen und orientiert sich an deren konkreten Bedürfnissen und Lebenslagen.
Darüber hinaus soll die landesweite Fachstelle Linksextremismus helfen, linksextremistische Ideologien, Strukturen und Erscheinungsformen aufzuklären und dabei helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, einzuordnen und entgegenzuwirken. Hierbei wird auch der Bereich des israelbezogenen Antisemitismus einbezogen.